Montag, 27. Dezember 2010

Merry Töff-mas!!!

Das Ende des Jahres rückt mit grossen Schritten näher und so sammeln sich die Festtage in den letzten Tagen um uns mit einem grossen Knall aus dem alten Jahr ins neue zu katapultieren, sprich Weihnachten und neu Jahr stehen vor der Tür. Es war für einmal ganz schön nicht schon im August mit Weihnachtsdekoration, Lebkuchensamichlausen, Lametta und Lichterkerzen überhäuft zu werden und dem Weihnachtsfest relaxt entgegenzublicken. Denn von Weihnachten ist hier in Vientiane auch die kurz davor nicht viel zu sehen und das ist auch gut so. Trotzdem liess man sich es unter den Expats nicht nehmen sich zusammenzuraufen und einen gemütlichen Abend mit Buffet und Geschenken zu organisieren. So sassen ungefähr 30 Leute an einem grossen Tisch im freien zusammen und spachtelten von Bruschetta über Kürbissuppe bis hin zum Spanferkel munter drauf los, wie sich das für diese Festivitäten gehört. Ein gelungener Anlass, welcher in einer Party in der Schwulenbar GQ endete. Doch mal was anderes als Weihnachtslieder in der Kirche zu singen :-)

Am Wochenende machte sich dann eine Truppe aus Auserwählten Dirtbikespezialisten auf zum Phu Khao Khuai National Park. Mit meinem gemieteten Honda 250er Enduro war ich mitdabei die Gegend rund um Vientiane per Motorrad zu erkunden. Mit Sack und Pack auf dem Zweirad montiert ging es Samstag Morgen los. Unsere achtköpfige Gruppe donnerte Richtung Norden los und bald schon lösten Schotterpisten den Asphaltbelag ab und die Challenge begann. Die Pfade wanden sich dem Gelände entlang durch Wälder, vorbei an Seen und kleinen Dörfern im Niergendwo immer höher in die umliegenden Berge des Nationalparks hoch. Teils waren die kleinen Wege mit Fahrrinnen übersät und abfliessendes Wasser frass sich in die Spuren ein, was das manövrieren mit den Bikes zu einer Herausforderung machte. Die grossen Löcher und Gräben meidend kämpften wir uns steile Hänge hinauf um danach wieder mehr rutschend als fahrend wieder auf der anderen Seite hinunterzugleiten. Die Wege führten durch Wälder, welche durch die Slash-and-Burn Methodik der Bauern geprägt war. So waren die übrig gebliebenen Bäume spärlich mit gebührendem Abstand voneinander im Raum verteilt und zwischen durch konnte man immer wieder den See erspähen, an welchem wir unsere Zelte aufschlagen wollten. Mit einem Gefühl gerade die erste Etappe von Paris-Dakar gemeistert zu haben und wohlauf, erreichten wir unser Ziel am Ufer des Sees. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen und die Stille und Anmut dieser Szenerie war atemberaubend und beruhigend zugleich. Das Lager war schnell aufgebaut und so begann der gemütliche Teil mit Pasta Bolognese, Tetrapackwein, Schokolade und Marshmallows am Lagerfeuer. Es war eine überaus friedliche und entspannende Atmosphäre, welche auf ihre Weise sehr gut zum Weihnachtsfest passte. Als die überaus zahlreichen Sterne dem Mondlicht langsam wichen und den See mit den toten und kahlen Baumstämmen in eine mystische Landschaft verwandelte, wurden unsere Augenlieder immer schwerer und so verzog sich einer nach dem anderen in die wohlige Wärme des Schlafsacks im Zelt.
Bikertruppe

Campingplatz
Lagerfeuer


Mondschein


Mit dem pfeifen der Vögel am nächstem Morgen im Gehör erwachte der Tag und so kam auch die Energie in unsere müden Körper zurück. Nach einem gemütlichen und ausreichenden Frühstück ging es auf Erkundungstour und Vogelschau in der näheren Umgebung. Mit einem gefundenen Speer in der Hand bahnten wir uns unseren Weg an einem Flussarm entlang immer tiefer in den Wald hinein. Ein Robinson-Cruso-ähnliches Gefühl von Aufregung und Entdeckergeist machte sich breit und so wurde die kleine Wanderung zum Discovery Channel ähnlichen Ereignis. Hier und da wurden seltene Vögel entdeckt oder man fand sich in mitten von tausenden hart arbeitenden Ameisen wieder, welche sich auf einer 6-spurigen Autobahn quer durchs Dickicht ihren Weg zum Arbeitsplatz bahnten. Zurück im Lager gönnten wir uns noch ein letztes Bad im See bevor wir unsere Zelte zusammen räumten und uns für die Rückreise klar machten. Über einen nicht minder herausfordernden Weg gelangten wir schliesslich wieder zur Talsohle hinunter und brausten mit vielen schönen Eindrücken und einem Weihnachtsfest der anderen Art im Gepäck zurück nach Vientiane. Müde von der Reise viel ich mit samt den Kleidern ins Bett und döste erstmal ein paar Stunden, bevor ich realisierte, dass das Abenteuer vorbei war und ich wieder zu Hause war.

Emsige Ameisen

Ich wünsche euch auf diesem Weg nachträglich noch schöne Weihnachten und vorausblickend einen guten Start ins neue Jahr. Mögen euch viele Abenteuer erwarten, die es zu meistern gilt um Schritt für Schritt weiter zu gelangen...

Alles Gute

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