Als Simon Montags in die Schule kam, konnte er es kaum erwarten bis die Lehrerin alle aufforderte ihre Stühle in die Mitte des Klassenzimmers zu stellen. Denn nun konnte jeder von seinem Wochenende erzählen und da gab es so einiges was Simon erlebt hat und nur so darauf wartete mitgeteilt zu werden.
Für einmal kam die bittere Kälte in die Gegend von Vientiane, welche sonst durch die dauernde Hitze, sonnenverwöhnte Tage und wolkenlosen Himmel glänzte. Die etwas über 10 Grad fühlten sich an wie arktische Temperaturen, die Kälte zog durch alle Schichten, der nach dem Zwiebelprinzip angeordneten Pullover, Jacken und T-shirts. Es wurde alles an warmen Utensilien angezogen, was der Schrank hergab und trotzdem vermochte keine wirklich wohltuende Wärme entstehen. Am bittersten waren die Nächte. Nur mit einem dünnen Laken bedeckt, mit Trainerhosen, Socken, T-shirt und Pullover bestückt und einer unserer zwei Katzen auf dem Bauch versuchte ich die Nacht so schnell wie möglich hinter mich zu bringen (Memo an mich: Decke kaufen). Mit ein paar schlotternden Gliedern und klappernden Zähnen ging die Nacht schlussendlich vorbei. Was blieb, ist die Erkenntnis, dass wenn man durch die Spalten im Fussboden nach draussen sehen kann, kein gutes Zeichen für ausreichende Isolation ist (für alle Hobby-Hausbauer, seid euch dessen bewusst!!!).
Nun wurde Simon ganz unruhig auf seinem Stuhl, denn was nun folgte, war einer der besten Vientianetage überhaupt und so konnte er sich nicht mehr zurückhalten und stahl Monika, mitten in ihren Ausführungen zum Besuch des "Munggenparks" in Saas Fee, das Wort.
AAAAAAAlsoooooo.....ich bin am Samstag morgen aufgestanden und mit meinem Moped in die Stadt gedüst auf der Suche nach einer Decke.....im Morning Market gab es eine entsprechende Ausführung dieses wärmespändenden Leinengewebes und kurzer Hand wechselte die, in den zwei Nächten zuvor, arg vermisste Kuscheldecke seinen Besitzer. Mit der Decke auf dem Moped fixiert gings ab in Koung's Café - mein Lieblingscafé. Dort traf ich dann gleich noch ein paar Freunde und wir spachtelten zusammen die geliebten Sticky Rice Pancakes mit Mango, dazu gabs einen Koffiii Nom Yien und so war der Morgen gerettet.
Danach gings direkt weiter zu ein paar Freunden, welche ein Haus mit grosser Einfahrt und Garten haben. Dort wurde ich in die Geheimnisse des Crickets eingeführt und wir dreschten ein paar Bälle über diverse Zäune zu den Nachbaren und versuchten unsere Wurftechnik zu verbessern. Zwischendurch gabs dann noch ein paar Partien Ping-Pong, die Haare wurden mir im Garten geschnitten und dann war Murderball an der Reihe. Ein Spiel, welches man in Australien in der Grundschule spielt. Vier kleine Felder, ein Ball, vier Spieler und weitere Spieler auf der Ersatzbank. Man schlägt den Ball in sein eigenes Feld und dann geht er in eines der restlichen Spieler, welche wiederum versuchen via ihr eigenes Feld, den Ball zu einem Gegenspieler zu spielen, so dass dieser Schwierigkeiten hat den Ball noch weiter im Spiel zu halten. Eine andere Taktik ist es, den Ball direkt auf einen Spieler zu schiessen und ihn so zu "mörderen" (Murderball) :-) Immer wenn jemand "stirbt" kommt ein Ersatzspieler ins Spiel und die anderen Rücken im Gegenuhrzeigersinn nach, wobei der oberste (links oben in der Ecke), der König ist und zwei Leben besitzt und bei heiklen Entscheiden (war der Ball nun draussen oder nicht) das letzte Wort hat. naja....der Rest der Klasse konnte diesen Ausführungen nur schwer folgen, dies tat dem Erzählungsdrang Simons aber keinen Abbruch und so fügte er an....."Iähr mends eifach einisch sälber gu spielä idr Päuisä....das Game isch süüüper!!!!!" So kam es, dass die Lehrerin kurz entschlossen die Kinder in den Pausenhof führte und Simon den anderen Kindern das Spiel in der Praxis erklären konnte. Ach, was hatten die für einen Spass!!!!
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| Murderball |
Nach all diesen Spielen bis hinein in die Dunkelheit orderten wir Noodles vom "Nüdle". Lecker wars...und echt nötig. Dann gings über die Paris Cocktail Bar und einem verrückten Mango Collin Drink ins Marina, wo die Laoten schon ziemlich für Stimmung sorgten. Durch die Spielereien in unsere Kindheit zurückversetzt und vor Übermut strotzend, warteten wir mit ein paar verrückten und gewagten Tanzkorreographien, vom "Sprinkler" zur "Glühbirne", zum "Brickbuilder" bis hin zum "Busfahrer" auf und hatten auch auf der Tanzfläche unseren Spass. In den frühen Morgenstunden ging es dann langsam nach Hause. Mit einem Lachen auf dem Gesicht und der kindlichen Seele, kuschelte sich Simon in seine neue Schmusedecke und döste sanft dahin.
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| Glühbirnen oder Einkaufen, man vermag es kaum voneinander zu unterscheiden :-) |
The End
Viel Spass......den werdet ihr haben......



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