Am letzten Weekend war meine Schwester und ihr Freund zu Besuch. Ganz erstaunt betraten sie am Donnerstagabend mein Haus und waren voll aus den Socken wie klein Brüderchen hier denn so haust. Tja, Zivildienst in Laos hat ja auch seine guten Seiten, hmpf....wo sind die schlechten?....
Auf jeden Fall hab ich die zwei dann am Freitag gleich mit meinem Roller auf Entdeckungstour durch Vientiane geschickt und nach der Arbeit trafen wir uns dann noch in der Sunset bar auf ein Bier. Dort wurden dann auch die Pläne fürs Wochenende geschmiedet und letzte Sachen organisiert.
Am Samstag gings dann los. Motorrad gesattelt und mal voll beladen. Ich nahm zum Test meiner Maschine alles Gepäck der Dreiergruppe auf meinen Esel und als Zusatzbalast :-) noch mein Schwesterchen hinten drauf. Michi hat dann das Motorrad meines Mitbewohners genommen und so brachen wir Richtung Nam Ngum Stausee auf. Zwei Stunden später trafen wir dort ein und bezogen unsere kleinen Lao Style Häuschen mit Seeblick. Dann wurde gespiessen. Wir waren die einzigen Leute im Restaurant und die Bedienungen kam erst nach uns ins Lokal hinein. Wir wurden also bestens bedient und haben vorzüglich gespiesen. Auf dem Rückweg ins Hotel gabs dann noch eine Partie Snooker in der Ansässigen kleinen Snookerbar...Zuerst wurden wir von allen angeschaut wie Ausserirdische, als sie dann merkten, dass wir mehr auf Zufall hoffen, damit mal ne Kugel ein Loch findet, widmeten sie sich dann wieder ihrem eigenen Spiel. So verbrachten wir einige Zeit damit unser Snookerspiel Niveau mässig Richtung Ronnie O'Sullivan zu bringen, scheiterten aber kläglich. Aber Spass hats trotzdem gemacht.
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| Unser Häuschen |
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| Sehr vorzüglich gespiesen und bedient (waren auch die einzigen Gäste :-) |
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| Ronnie....ähh Michi beim Snooker |
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück mieteten wir uns noch zwei Kajaks und wollten noch ein wenig paddeln gehen, bevor wir die Rückreise mit den Motorrädern antraten. Wir machten also die Leinen los und huschten übers Wasser Richtung grosser Insel in mitten des Sees. Überrascht wie schnell wir vorwärts kamen, bahnten wir uns unseren Weg immer weiter der Rückseite der langgezogenen Insel entlang. Die Landschaft war herrlich und da es einwenig bedeckt war, war es auch nicht all zu heiss.
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| Hier war alles noch idyllisch und in Ordnung |
So spulten wir Kilometer über Kilometer ab, bis wir schliesslich nach gut 2 Stunden daran dachten, dass wir ja auch wieder zurück müssen. Nun stellte sich die Frage, auf welche Seite es wohl schneller geht, die ganze Insel umrunden, oder nochmals den selben Weg zurück. Ich pochte mit meinem geweckten Entdeckergeist darauf doch noch um die nächste Ecke zu gehen, dort würden wir dann bestimmt um die Insel rumkommen und auf der anderen Seite zurückpaddeln. Also gings weiter, hinter der nächsten Ecke verzettelte sich das ganze, doch ich wollte nicht aufgeben und paddelte weiter. Im anderen Kajak machte sich, zurecht, Skepsis über dieses Vorhaben breit. Schliesslich endeten wir nach gut 3.5 Stunden in einer Sackgasse. Shit....und jetzt? Kurzerhand die Kajaks im knietiefen Lehmboden an Land gezogen und über die Landenge getragen und drüben wieder gewässert.
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| Fast geschafft, kann sich nur noch um Stunden handeln |
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| Sogar die Wasserbüffel schienen sich ob den "crazy Falangs" zu amüsieren |
Nun waren wir einigermassen wieder auf der richtigen Seite, mussten aber immer noch den Weg zurück finden. Die Insel stellte sich bei näherer Betrachtung als fast unendlich heraus und so schwand langsam unsere Motivation und in gleichem Massen begannen uns auch die Kräfte zu verlassen. Wasser war schon länger alle und so hielten wir uns mit ein paar mitgebrachten Rosinen energiemässig wortwörtlich über Wasser. Schliesslich, nach geschlagenen 5 Stunden konnten wir am Horizont leise unseren Startpunkt erahnen. Diese letzte Strecke wurde zur Willensprüfung. Wie Schiffbrüchige Matrosen sich an einem Holzbalken festklammernd, trieben wir halb orientierungslos, halb bewusstlos unserem Ziel entgegen. Noch 1 Stunde bis Buffalo!!! Ist das nur eine Fata Morgana, ist das wirklich unser Ziel? Mit Seewasser befeuchteten wir unsere Kehlen um noch den Resten an Kraftreserven aus uns zu quetschen. Noch 30 Minuten bis Buffalo!!! Ein Schlag nach dem andern, Meter um Meter arbeiteten wir uns näher ans rettende Ufer, doch schien es kaum näher zukommen, bald noch von uns wegzuweichen. Doch schliesslich, nach geschlagenen 6, gefühlten 12 Stunden, erreichten wir Land, räumten gerade den Getränkestand am Ufer leer und schwangen unsere müden und ausgelaugten Körper mit letztem Krafteinsatz ins Wasser um uns wieder leicht zu fühlen. Zumindest für die nächsten fünf Minuten, denn mittlerweile war es 4 Uhr und wir mussten immer noch die zweistündige Rückfahrt mit dem Motorrad hinter uns bringen. Da es um 6 Uhr hier dunkel wird, machten wir so schnell wie möglich los und fuhren heimwärts. Was hätt ich für ein Pferd wie Fury gegeben, dem man den Weg ins Ohr flüstern könnte und das einem einfach so nach Hause trägt. Aber schliesslich haben wir den Heimweg auch noch geschafft. Direkt zum Pakistani gefahren und uns fürstlich verköstigt. AAAHHHHHHHHH das hat gut getan. Dann vielen wir einfach nur noch todmüde und erleichtert in unsere Betten. Wie anstrengend ausgefüllte Wocheneden doch sein können. Aber am Ende war es die Mühe trotzdem Wert, denn dies ist bestimmt ein Erlebnis was noch lange in Erinnerung bleiben wird und wohl auch eines, an das mich mein Schwesterchen auch noch lange erinnern wird. Nochmals Entschuldigung für die Torturen auf diesem Weg :-)
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| Die verhängnisvolle Insel Anmerkung der Redaktion: Auf Grund ihrer schieren Grösse fand sie nicht mal Platz auf dem Foto. |
Bis zum nächsten Abenteuer
machts gut ihr Naturgenossen







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