Er ist mein ständiger Begleiter seit Beginn der Sternzeit, Logbucheintrag 0001 Captain Kirk, oder anders gesagt, seit ich hier bin. Es gibt ihn tausendfach, schwarmgleich windet er sich durch die Strassen, vorbei an Kreuzungen, Kreiseln mit Rechtsvortritt, pfeifenden Polizisten, herausdrängelnden Pickups, deren Besitzer nach dem Motto "Gross hat Vortritt" fahren, vielfach mit einer Person besetzt vermag er durchaus auch als Familienfahrzeug zu taugen und transportiert von 1000 Eiern, über Ventilatoren bis hin zu Schubkarren, welche der zweite "Behocker" hinter sich herzieht, fast alles. Die Rede ist vom Roller, Mofa, wie auch immer man das Teil nennen möchte, Kolao.
Ich hatte das Glück für die erste Zeit das Gefährt eines Doktoranden benutzen zu können, der erst nächste Woche wieder hier eintreffen wird. Heute hatte der Kolao seinen speziellen Auftritt, aber alles der Reihe nach: Früh morgens....um halb 9.00 Uhr, gings zur Arbeit. Dicht gedrängt die Strassen, Feinstaub...nääää....Staub durchsetzte Luft in den Lungen, ein leichtes brennen in den Augen, auf zum Prime Minister's Office. Arbeit erledigen...mach mal hinne....mit Anouxay essen (tatsächlich, es war noch sonst wer im Office)....wieder arbeiten, bis Feierabend. Jetzt ne Massage, das wär's. Gedacht, getan. Da drückt mich ein kleiner, kaum 50kg schwerer Laote rund 30min windelweich, knetet und maltretiert mich auf's äusserste....aber was für eine Wohltat. Nun raus....ach du Sch....Regen, Regen, Regen...was nun? Na dann, ab ins Joma, gemütlich Abendbrot einschieben und warten bis der Spuk ein Ende hat. Dann gings aber ab nach hause. Noch kurzerhand bei der Shelltankstelle vorbei...."Yes, full please"...20'000 Kip (rund 4.- SFr.) und weiter geht's....
Plötzlich, in flotter fahrt....tägtägtäg...ratterratterratter...pfpfpfppfpfppfffffffffffff......Schaaaalingernd, mit Tom Lüthi gleichen Einlagen (eigentlich war's ganz easy, aber der Blog soll ja auch unterhalten) brachte ich das Gerät unter Kontrolle und an den Strassenrand. Platten am Vorderrad und immer noch Regen. Und jetzt? Ich seh mich schon die Nummer des TCS wählen, da wird mir bewusst "Ich bin ja in Laos". Da schieb ich nun meinen geliebten Kolao durchs nasse dunkel der äusseren Stadt, bis zwei Häuser weiter ne Werkstatt auftaucht. Ich sagte ja..."Ich bin in Laos". Da ist jedes zweite Haus, jeder zweite Schuppen eine Werkstatt, und die dazwischen sind Essensstände. Na dann....hmpf, Platten...Can you help me???...und schon packt er sein Werkzeug raus und fängt an rumzuhantieren, gibt mir zu verstehen, dass er den Schlauch nicht mehr retten kann und setzt zum Neu-Schlauch-einsetzen an. 5min später ist die Sache erledigt...Kostenpunkt: 5.- SFr.. "LAOS, I'M LOVIN IT". Und so gings nach Hause, zufrieden über einen durchaus als positiv zu wertenden Tag in der Ferne, in der ich mich anfangs oft als der "Stranger" gefühlt habe, der ich auch tatsächlich war (bin)...."But in the end, everything turns to be alright" (frei nach "I'm from Barcelona")... Nun dies war die kleine Geschichte über meinen treuen Begleiter....mehr gibt's im nächsten Post...
Sook dii

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